2016 im Rückblick, 17 Dinge die ich gelernt habe

Mein Jahr 2016 ist für mich recht unspektakulär angelaufen. Ich war in Berlin, Silvester war vorbei und ich hab in meinem alten Job gearbeitet. Wenig habe ich da geahnt, was alles dieses Jahr noch auf mich zukommen würde, weder im beruflichen, beziehungstechnischem oder persönlichen. Wer hätte gedacht, dass ich zweimal bis ans Ende der Welt fliegen, den Weg in die Selbstständigkeit finden oder so coole Leute treffen würde. Der Beitrag ist nicht nur für mich selbst gedacht damit ich sehe was ich alles erlebt habe, sondern ich möchte auch die Lektionen teilen die ich daraus gelernt habe.

Seit ich 16 war, wollte ich mir immer irgendeine Art von passivem Einkommen aufbauen, die Welt bereisen und einfach machen worauf ich Lust habe. Dieses Jahr habe ich es geschafft, den Sprung zu wagen ins Reisen und Online Geld verdienen. Obwohl ich erst im Dezember nach Thailand geflogen bin, war es klar, dass ich dort dann eine Weile sein werde und Zeit für mich in der Sonne habe. Auch der Weg dorthin war mit grandiosen Erfahrungen aber auch Steinen gefüllt, die ich wahrscheinlich nicht erlebt und überwunden hätte, hätte ich mein Ziel nicht im Blick gehabt.

Brille mit mir in Chiang Mai

Januar: Berlin, Deutschland

Im Januar hab ich noch in Berlin gewohnt und hab dort Liza kennengerlent. Liza ist Deutsche, war in Deutschland zum Urlauben wohnt aber eigentlich in Griechenland und war in Berlin bei einer Freundin ihrer Mum. Wir haben uns super verstanden, sind klettern gegangen, waren zusammen bei Jazz Konzerten im Görlitzer Park und hatten ne schöne Zeit. Es war von Anfang an klar, dass sie Anfang Februar nach Neuseeland geht, wie das allerdings so ist, kann man die Liebe nicht beeinflussen und ich hab mich in sie verliebt. Mit der Rosaroten Brille war das dann auch alles schön und kein Problem mit der Entfernung. Geklappt hat es zwar nicht aber dazu später mehr.

Gearbeitet habe ich zu der Zeit noch bei Lebe Gesund, deutschlandweit auf Messen und Märkten und vegane Lebensmittel verkauft. Während mir die Prinzipien und Werte der Firma sehr wichtig sind und das Reisen und die Leute cool waren, hat mir die Arbeit an sich nichtmehr soviel Spaß gemacht, weil ich immer das Gleiche gemacht habe. Dies war das erste Mal, dass mir das bewusst geworden ist. Vielleicht lag es auch daran, dass ich auf dem Weihnachtsmarkt 4 Wochen durchgearbeitet habe.

Lektion #1: Auch wenn man im Nachhinein oft schlauer ist und gewisse Dinge vielleicht nicht tun würde, muss man sie doch im Vorhinein erstmal machen um überhaupt zu wissen, dass es nicht das Passende ist.

Jazz, es lebe Jazz!

Februar: Berlin, Deutschland

Anfang Februar ist Liza dann geflogen. Anfangs war noch alles cool und wir haben viel miteinander geschrieben und telefoniert. Da habe ich dann auch den Entschluss gefasst am 1.6. nach Neuseeland zu fliegen. Zum Einen wollte ich dort schon immer mal hin, zum Anderen war ja schließlich meine Freundin dort. Mir war klar, dass dort Winter ist und es kalt ist, aber meine Sonne ist ja da um mich zu wärmen dachte ich mir. Den Flug habe ich natürlich ohne Stornomöglichkeit gebucht, denn: “Was soll schon passieren?”  Nach kurzer Zeit war es dann allerdings vorbei mit dem vielen kommunizieren, da sie unterwegs war, dazu kommt, dass zwischen Deutschland und Neuseeland 12 Stunden Zeitunterschied sind. Mir ging es recht beschissen zu dieser Zeit, da ich mich mega von ihr abhängig gemacht habe und innerlich fast nur schlecht/traurig gelaunt war, da ich von ihr nix gehört habe. Jeder Tag ist mir unendlich lang vorgekommen. Retrospekt betrachtet war das natürlich blöd, sich so von jemandem abhängig zu machen, vor allem wenn man ihn gerade mal einen Monat kennt und dann auch noch einen Flug dahin zu buchen der drei Monate in der Zukunft liegt. Aber da war anscheinend ein tiefes emotionales Loch in mir, was ich dachte mit ihr füllen zu können —> Schlechte Idee.

Neuseeland ♥

Da ich jetzt wusste, dass ich im Sommer nach Neuseeland fliege und sowieso noch einen Flug nach Singapur für Anfang März hatte, habe ich nach Möglichkeiten gesucht um Geld zu verdienen. Ich habe mich dann in Berlin bei einer Kellner Zeitarbeitsfirma beworben, mich gut geschlagen und wurde zu den Schulungen eingeladen. Anscheinend hab ich mich da sehr gut angestellt, denn ich habe als Stundenlohn soviel bekommen, wie andere dort nach zwei Jahren haben. Sie haben bei der Schulung immer gesagt man soll strahlen, also richtig grinsen, egal was passiert – und das habe ich eben befolgt. Ich glaube das war auch der Grund für den verhältnismäßig hohen Lohn.

Gleichzeitig habe ich Online ein paar Investments getroffen undzwar in High Yield Investment Programme. Simpel ausgedrückt sind das Online Webseiten die unglaublich hohe Renditen haben und bei denen man per PerfectMoney, Skrill o.ä. Geld einzahlt. Das geht auch immer eine Weile gut und die zahlen aus, bis sie dann eines Tages von der Bildfläche verschwinden, inklusive dem Ganzen Geld. Eines dieser Programme mit einer Rendite von 7% pro Woche (!!!) war Betshare und schlau wie Max Müller ist, dachte er natürlich er hat die Goldmine entdeckt. Also habe ich dort ordentlich Geld rein investiert und das nie auszahlen lassen, denn Zinseszins macht ja nochmehr Geld. Betshare war auch das einzige Programm in das ich investiert habe und somit habe ich gleich einmal die erste Regel des Investierens gebrochen:

#1 Teile dein Risiko

Natürlich habe ich davon immer wieder gelesen, aber man denkt doch immer dieses Mal ist alles anders und auch wenn alle anderen Pech hatten, ich habe Glück. Wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt, hat die Geschichte mit den HYIP’s kein gutes Ende genommen, aber dazu später mehr.

Lektion #2: Rechne mit Änderungen im Plan. Das nächste Mal buch ich einen Flug mit der Option ihn zu stornieren.

Lektion #3: Wenn dir jemand sagt worauf es ankommt, dann tu es, es zahlt sich meistens aus. Auch wenn du denkst, dass diesmal alles anders ist und diese Person eh keine Ahnung hat, hat sie doch meist Erfahrung die selbe Erfahrung gemacht und noch viel mehr.

Vorm Tresor in Berlin (Liza’s Mum, Liza, Ich, Freundin Liza’s Mum, Tini, Typ)

März: Singapur, Singapur

Mitte März ging es dann für mich von Luxemburg aus nach Singapur, um meinen guten Freund Ryan zu besuchen. Ich hatte Ryan ewig nicht gesehen und als ich einen günstigen Flug dahin gefunden habe, dachte ich dass es die ideale Gelegenheit ist, Urlaub + Wiedersehen zu verbinden. Da ich von Berlin aus gestartet bin, habe ich den Trip Richtung Luxemburg auch noch genutzt um ein paar alte Freunde von mir zu besuchen, die in Baden Württemberg wohnen. Es war schön sie mal wieder zu sehen, allerdings fand ich es schade, dass sie sich so wenig verändert haben und alle immer noch (unzufrieden) das selbe machen wie vor 2 Jahren. Die Ganze Zugfahrt nach Baden Württemberg und dann nach Luxemburg, war die Kostenersparnis durch den günstigen Flug nicht wert. Zum Einen hat es ewig gedauert und zum Anderen haben die ganzen Zugtickets ja auch was gekostet.

Mit dem Morgenzug ging es dann nach Luxemburg und von da aus über Istanbul nach Singapur. Dort angekommen war es mega schwül und mega heiß. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mir um 2 Uhr nachts an die Stirn gefasst habe und es war komplett schweiß nass, “was habe ich nur gemacht?” hab ich mir ernsthaft gedacht.

Die nächsten Tage haben wir dann Singapur angeschaut. Treetop Walk, Marina Bay Sands und noch n paar andere Sachen, eigentlich hat man alle Sehenswürdigkeiten in Singapur in 2 Tagen erledigt. Da Ryan und sein Kumpel Nick dort sehr in der DJ Szene aktiv sind, waren wir auch sehr viel feiern, haben Ryan bei Gigs zugeschaut und haben nie Eintritt bezahlt. Wir waren auf Rooftop Partys und bei Barbecues und es hat mich so geflasht, wie hoch die Gebäude dort alle waren, so etwas hatte ich vorher noch nie gesehen.

Ich auf dem One Altitude in Singapur

Mit meinem Kopf war ich natürlich immer noch den ganzen Tag bei Liza und das hat mich sehr belastet. Den Ganzen Tag war das Einzige was ich wollte nur, etwas von ihr zu hören. Schon krass. Eines Morgens dann kam eine Nachricht von ihr, dass sie jemand anderen gefunden hat und dass sie mich leider nicht anrufen kann weil ihr Handy leer ist. “Toll”, dacht ich mir, was für eine schöne Art das jemandem mitzuteilen. Wir waren abends noch weg, aber ich war die nächsten paar Tage nicht wirklich zu gebrauchen und wusste das ich laufen muss, also hab ich das getan und es hat geholfen. Die letzten drei Tage waren dann noch richtig cool, ich war gedanklich entfesselt und konnte mich somit das erste Mal richtig auf Singapur einlassen. Wir haben uns dann auch noch Fahrradfahrend Batman vs. Superman angeguckt 😀

Betshare schwirrte immernoch in meinem Kopf herum und ich überlegte die ganze Zeit ob ich nicht einen Kredit aufnehmen sollte, denn der würde sich ja schnell amotisiert haben. Nach 14 Tagen Bedenkzeit beschloss ich dann einen 2000€ Kredit aufzunehmen um in dieses Programm zu investieren, Tilgungsrate 200€ pro Monat. Somit brach ich also die zweite Regel des Investierens:

#2 Investiere nichts was du nicht auch verlieren kannst.

Lektion #4: Eine geringe Kostenersparnis ist nix wert, wenn dadurch deine (Sitz)Nerven auf die Probe gestellt werden. Manchmal ist es also besser etwas mehr Geld für Komfort auszugeben.

Lektion #5: Nur weil man körperlich anwesend ist, heißt das nicht, dass man auch geistig anwesend ist. Versuche immer im Moment zu sein und mit dem Kopf dort, wo auch dein Körper ist.

Ryan und ich auf dem Treetop Walk in Singapur

April: Überall in Deutschland

Im April war Arbeit angesagt. LebeGesund und TST hatten beide viel Arbeit für mich und so ergab es sich dass ich in diesem Monat viel durch Deutschland getourt bin, einiges an Messen gesehen habe aber nichts spektakuläres gemacht habe.

Mein Flug nach Neuseeland rückte auch immer näher, Stichtag war der 1.6. also musste ich mich auch langsam mal um meine Wohnung kümmern. Es ist schon wirklich enorm was sich alles in einem Jahr an Zeugs ansammeln kann, 11 Kisten voller Krempel stehen bei meiner Oma nun im Keller und erwarten ihr Schicksal.

Da ich Kohle brauchte und eine Freundin von mir jemandem zum Streichen, habe ich ihr zugesagt. Mein Kumpel Christian und ich haben dann ein Zimmer in der Wohnung abgeklebt und angefangen zu streichen, bis wir gemerkt haben, dass das für das Geld nicht lohnenswert ist. Wir hätten 100€ bekommen für die ganze 2 Zimmer Wohnung, geteilt durch 2 wären das 50€ für 20 Stunden Arbeit gewesen. Im Endeffekt haben wir zwar kein Cent bekommen für die 4 Stunden Arbeit aber waren um eine Erfahrung reicher.

Á propos Kohle, im April hat dann auch Betshare seinen Betrieb eingstellt und ich war um gut 2500€ ärmer.

Lektion #6: Wenn du weisst du magst etwas nicht, dann mach es nicht, auch nicht für Geld. Ich hasse streichen und es war nicht schlau dieses Angebot anzunehmen.

Kohle, Kohle, Kohle

Mai:  Polen, irgendwo in Polen

Darauf habe ich mich ja gefreut. Mein Zahnarzt und ich hatten einen Trip nach Polen geplant um den legendären Nazi Gold Zug zu suchen. Da noch Plätze frei waren die eh schon bezahlt waren, haben wir kurzerhand gesagt, dass Christian kostenlos mitkommt. Man hatten wir eine Gaudi in Polen. Wir haben dort an einer Führung von Christel Focken teilgenommen, wussten allerdings nicht, dass das so ein strengen Zeitplan hat und wir uns daran halten müssen. Im Endeffekt haben wir trotzdem größtenteils gemacht was wir wollten und haben echt coole Sachen erlebt. Wir haben alte Tunnelanlagen erforscht, richtig leckere Rote Beete Suppe gegessen und mit einer AK 47 geschossen.

Ich erinner mich auch noch genau an ein Erlebnis abends beim Essen, als ich gesagt habe, dass ich Geld brauche. Mir wurde dann gesagt, dass es hier keinen Geldautomaten gibt und wir dafür in die nächste Stadt fahren müssen, ich fest der Überzeugung, dass ich hier schon jemanden finden werde der meine Karte nimmt, damit quasi Geld auf sein Konto bucht und mir dann Bargeld gibt, allerdings waren alle Anderen gegen mich. Bin also auf die Straße, hab ein bisschen rumgesucht und hab schließlich einen Laden gefunden, der genau das für mich gemacht hat und natürlich hab ich mich super gefühlt!

Meine Zielscheibe vom Schießen mit der AK

Da ich in Neuseeland auch Bloggen wollte, habe ich mir ein MacbookPro auf Raten gekauft, Tilgungsrate 170€ pro Monat, durch Zufall habe ich dann Mitte Mai Johnnys Blog entdeckt und von Dropshipping erfahren. Ich fand die Idee grandios und wollte sowas auch machen, leider hatte ich nicht wirklich Geld und so habe ich mich auf eBay Dropshipping von David Vu beschränkt. Die Idee so einen Store aufzumachen wuchs in meinem Kopf heran und am liebsten hätte ich das sofort gemacht.

Neuseeland rückte allerdings immer näher, also habe ich auch die letzten Möbel verschenkt oder auf den Sperrmüll geschmissen, aber auf eins hatte ich garkein Bock: Streichen! Also habe ich es solange rausgeschoben wie möglich und mir sogar gesagt: “Scheiß auf die 800€ die die Wohnungsvermietung noch von mir hat, die sollen die einfach zum Streichen nehmen.” Ein Glück hab ich Christian, der mir n Arschtritt gegeben hat und mir geholfen hat die Wohnung zu streichen. Am Ende wurde es nämlich ganz schön knapp und ich hätte fast die Wohnungsübergabe verpennt, ich glaub ich hab sie am 31.5. gemacht. Ich war mega aufgeregt, dass das Gestreiche nicht passen würde, aber es war alles okay!! 🙂 Das nächste Mal engagier ich allerdings jemanden der die Wohnung für mich streicht.

#Lektion 7: Auch wenn alle Anderen gegen dich sind, zieh dein Ding durch und du wirst belohnt werden.

#Lektion 8: Wenn du etwas nicht gerne machst, dann gib Geld dafür aus, dass es gemacht wird und schone deine Nerven.

Mein Zahnarzt, Christian und ich in Polen

Juni: Auckland, Neuseeland

Am 1. Juni war es dann schließlich so weit und es war Zeit für meinen Flug nach Neuseeland, 30 Stunden trennten mich von diesem schönen Land. Die Vorraussetzungen für diesen Trip waren aber denkbar schlecht: Ich hatte keine Kohle, es war Winter – und ich mag Winter nicht – der Grund der Reise war obsolet geworden, da meine Freundin nichtmehr meine Freundin war und ich hätte fast den Flieger verpasst. Also bin ich am 3. Juni in Auckland angekommen, hab Liza gesehen, wir haben uns umarmt und sie hat mich mit zu einer Dame genommen bei der sie und ihr Freund untergekommen waren. Janet hieß die gute Frau und ich bin ihr immernoch dankbar dafür, dass sie mich eines abends bei sich aufgenommen hat, als ich weder Kohle noch Hoffnung hatte. Wie man sich vielleicht denken kann, war es nicht das größte Gefühl, Liza mit dem Kerl zu sehen, wegen dem sie mich verlassen hat, aber es war okay. Die beiden sind irgendwann weitergereist und ich bin in Auckland geblieben.

Von der Bibliothek in Auckland aus habe ich dann meinen eBay Store eröffnet und angefangen, Produkte nach dem Schema von David Vu hochzuladen. Nach 4 Tagen und nicht einmal 10 Produkten im Store habe ich meine ersten 2 Sales gemacht (!㋡!) Das hat mir gezeigt, dass ich im Internet wirklich Geld verdienen kann.

Insgesamt war ich in 3 Hostels, es hat mir in NZ aber zu der Zeit nicht wirklich gefallen und ich wollte nurnoch nach Hause egal ob ich jetzt 1000€ für den Flug gezahlt hab oder nicht. Nach 13 Tagen in Neuseeland, etlichen Gesprächen mit Freunden und Verwandten – bei denen viele meinten: “Mensch jetzt hast du soviel Geld gezahlt, bleib doch da.” – und dem Gefühl der absoluten Hoffnungslosigkeit habe ich dann den Rückflug angetreten und es war ein super befreiendes Gefühl.

Byebye Neuseeland

Der Sommer in Berlin hat mich mit offenen Armen empfangen, ebenso wie meine Freunde & Familie. Ohne Wohnung habe ich dann mit meinem Freund Christian bis zu seiner Abreise nach Thailand im August zusammengewohnt.

Natürlich musste ich auch wieder arbeiten, also habe ich bei einem Freund von mir nachgefragt, ob er nicht etwas für mich hat, dabei ging es um Fundraising. Nach 4 Stunden auf der Straße und sinnlosem Leute anquatschen habe ich dann ganz schnell gemerkt, dass es nichts für mich ist, Leuten irgendwas anzudrehen worauf sie kein Bock haben. Also bin ich wieder zu TST – Der Kellnerfirma – zurückgegangen.

Ein ähnliches Gefühl hatte ich, als ich einen Probearbeitstag im Veganz gemacht habe, da ich dort eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann machen wollte. Es hat mich so schlecht gestimmt und so enorm keinen Spaß gemacht, dass ich am Ende des Tages gesagt habe, dass ich die Ausbildung doch nicht möchte.

Lektion #9: Nur weil man für etwas (viel) Geld bezahlt hat, heißt dass nicht das man es auf Teufel komm raus machen muss wenn es einem nicht gefällt.

Lektion #10: Wenn dir etwas nicht gefällt, lass es lieber gleich sein, als dich ewig zu quälen um dann nach langer Zeit festzustellen, dass es nichts für dich ist.

Zwei Maori und ich

Juli: Berlin, Deutschland

Schon als ich Mitte Juni aus Neuseeland wiederkam, war mir klar, dass ich wieder weg will, zumindest im Winter. Durch Johnnys Website bin ich dann auf Chiang Mai gestoßen und hab mir gedacht, dass das aufjedenfall ein cooler Ort zum überwintern wäre, denn dort ist es warm, günstig und die Leute sind cool. Also hatte ich mein nächstes Ziel im Kopf und hab nach einem festen Job für 3 Monate Ausschau gehalten.

Ich hab natürlich weiterhin Produkte in meinen eBay Store hochgeladen, allerdings war ich etwas faul und habe nicht soviel gemacht wie ich hätte machen können. So ziemlich Mitte Juli hat mich dann TST gefragt, ob ich denn nicht mal am Schlosshotel Fleesensee arbeiten möchte, das ist ein Wochenendeinsatz mit Übernachtung. Klar dachte ich mir! Nach dem Wochenende arbeiten dort, hat man mich dann gefragt ob ich nicht dort anfangen möchte zu arbeiten, allerdings eher so daher gesagt, als es ernst zu meinen – dachte ich. Ich bin also nochmal an’ Fleesensee gefahren, diesmal für eine Woche und danach war klar, dass ich dort im August anfangen werde und dort arbeiten kann bis November. Auch hier war mein Gehalt das höchste unter allen Servicekräften und das obwohl ich ungelernt bin und die anderen teilweise 10 Jahre dort sind!

Lektion #11: Sage ja zu allem was du kriegen kannst, du weißt nie wohin es dich führt.

Das Schlosshotel Fleesensee

August: Göhren-Lebbin, Deutschland

Ich hatte Christians Wohnung in Berlin übernommen, da ich dann allerdings in das Hotel gewechselt bin, musste ich Nachmieter suchen. Also hab ich eine Anzeige geschrieben und wir haben ein paar Leute in die WG eingeladen. Der erste dessen E-Mail mir symphatisch erschien, war Richard. Nach Hin und Her ist dann auch Richard der Nachmieter der Wohnung geworden und mittlerweile sogar ein guter Freund von mir. Das Witzige an der ganzen Sache ist, dass Richard auch bei TST arbeitet und das schon seit 2 Jahren wir uns allerdings noch nie gesehen haben. Witzig wie das Leben sich manchmal fügt.

In einem Hotel an der Bar zu arbeiten hat schon was. Ich hab echt extrem viel gelernt, vorallem was guten Service betrifft, wie man leckere Kaffeegetränke zubereitet und Cocktails mixt. Andere Aushilfen die dort waren, haben sich beschwert, dass sie das alles nicht können, aber mir wurde es auch nur gezeigt weil ich danach gefragt habe und die Initiative ergriffen habe. Nach dem ich das ein paar Mal gemacht hatte, haben mir die Leute von sich aus Dinge gezeigt von denen sie wussten, dasss ich sie noch nicht kann.

Im gleichen Hotel habe ich dann auch angefangen mit Golfen. Ein Alt-Herren Sport ist das, dachte ich immer, aber es stellte sich raus, dass es mega Spaß macht, vorallem weil es nicht einfach nur stumpfes auf ein Ball schlagen ist sondern da ganz schön viel Koordination und Übung zugehört. Dann noch das ganze schnelle Laufen bei schönem Wetter, da kommt man teilweise schon ins Schwitzen.

Lektion #12: Wenn dich etwas interessiert dann ergreif die Initiative und frag jemanden wie es geht anstatt zu warten bis es dir jemand zeigt!

Lektion #13: Nicht alles was wir annehmen, ist auch tatsächlich so. Ausprobieren hilft!

Hö?

September & Oktober: Göhren-Lebbin, Deutschland

Göhren-Lebbin ist ein kleines Dorf mit 5 Golfplätzen, 5 Hotels, 650 Einwohnern und 4x sovielen Urlaubern. Die meisten davon kommen in der Golfsaison von Mai – September, danach wird es ruhiger. So auch dieses Jahr. Außer Golfen, Squash spielen und Arbeit war in meinem Alltag nicht viel passiert.

Was mich etwas genervt hat war die Tatsache, dass ich von Anfang an wusste, dass meine Mum am 1.10. in ihre neue Wohnung zieht und ich ihr dabei helfen möchte, das war auch alles beim Bewerbungsgespräch schon klar, als es dann allerdings soweit war und ich meinen Urlaub vom 24.9. – 1.10. eingereicht habe, ging dies nicht  da wir zu wenig Personal hatten und unser Barchef nicht da war. Darüber war ich schon echt enttäuscht, da meine Mum so den Umzug alleine machen musste. Falls es ein nächstes Mal gibt, werde ich sowas also in den Arbeitsvertrag schreiben lassen.

Lektion #14: Wenn dir etwas wichtig ist, dann sichere dich ab, dass du das auch machen kannst.

Thomas, Anne und ich in Göhren-Lebbin

November: Doberlug-Kirchhain, Deutschland

Der 19.11. war mein letzter Tag im Hotel und es war ein gelungener Abschied. Wir hatten ein großes Fest mit ca. 1000 Gästen, hatten viel Personal im Haus und haben bis Morgens um 6 gearbeitet. Wir haben eine richtige Gaudi gehabt alle zusammen. Meine Arbeitskollegen sind mir auch richtig ins Herz gewachsen und  Freunde geworden, vorallem Thomas, Rene und Klaus. Am Nächsten Morgen ging es dann mit Gepäck Richtung Doberlug-Kirchhain wo meine Mum wohnt.

Ich habe mir zwei Dinge an diesem Tag geschworen: Erstens, dass ich nie wieder für jemanden arbeiten möchte nur des Geldes wegen und Zweitens, dass ich nie wieder einen Winter in Deutschland verbringe. Es waren zwar nur 3.5 Monate und es wäre vielleicht anders gewesen, wäre es in Berlin gewesen. Aber ich habe buchstäblich in einem Kaff gearbeitet in dem es keinen Supermarkt gibt und ein Bus pro Tag in eine Ortschaft mit Zugverkehr fährt.

Die letzten zehn Tage habe ich dann noch im Kreise meiner Famile und meiner Freunde verbracht, denn am 1.12. ging mein Flug nach Thailand. Ich habe noch ein paar Sachen für meine Reise bestellt und schwupps war der Finale Tag auch schon da. Zusätzlich habe ich in diesen letzten Tagen meine Passion fürs Tanzen wieder entdeckt und werde, wenn ich wieder in Deutschland bin auch irgendwo professionell tanzen gehen. Tanzen ist eine der wenigen Dinge bei denen ich in “the Zone” bin, es gibt nichts außer mich und die Musik und das schon seit 6 Jahren. Oft war ich zu träge feiern zu gehen, aber ich wusste, dass wenn ich gehe, ich unglaublich viel Spaß haben werde und so war es dann auch. Ich hab ewig getanzt und soviele Endorphine freigesetzt wie selten.

Lektion #15: Wenn du weisst es wird dir gut tun, TU ES und tritt deinem inneren Schweinehund in den Hintern.

Ich am Flughafen Tegel, Berlin

Dezember: Chiang Mai, Thailand

Nach 10 Stunden Flug bin ich in Bangkok gelandet und mir tat alles weh, ich hab mich gefühlt als ob die ganzen Sitze aus Holz waren. Also gleich mal zum Hotel gefahren, meine Sachen abgestellt und mir eine 2 Stunden Thai Massage gegönnt, Erholung pur sag ich euch. Am 3. ging es weiter nach Chiang Mai und eigentlich wollte ich nach dem Check-In nur pennen, da ich recht fertig war. Ozzy, der Kerl an der Rezeption allerdings, hat mich dann dazu gekriegt zu einem Thaiboxkampf zu gehen. Als ich da fertig war, stand dort aufeinmal Ozzy und wir sind noch was trinken gegangen, ich habe Kumpels von ihm kennengelernt und gleich mal mit Thais gechillt, hat mir sehr gefallen. Hätte ich an diesem ersten Abend “Nein” gesagt hätte ich diese Leute nie kennengelernt von denen einige jetzt meine guten Freunde sind.

Ab hier ist meine Reise ja recht gut dokumentiert und wenn ihr mehr wissen wollt, könnt ihr einfach ein paar Blogartikel lesen, z.B. Hier und Hier.

Es ist wunderschön hier in Chiang Mai. Die Menschen sind hier alle gut drauf, lächeln viel und man kommt mit jedem leicht ins Gespräch wenn man das möchte. In Thailand ist zwar gerade Winter aber für deutsche Verhältnisse ist es angenehm warm. Man kann hier auch wirklich günstig leben und bekommt für sein Geld um einiges mehr als in Thailand. Zu guter Letzt habe ich noch meinen guten Freund Christian wiedergetroffen, denn der wohnt nur 3 Stunden entfernt!

Lektion #16: Sei offen für Neues und mach manchmal einfach Lust, auch wenn deine Bequemlichkeit dagegen spricht.

Lektion #17: Wenn du Winter und Kälte nicht magst, geh wo anders hin wo es warm ist! 🙂

Christian und ich haben Spaß

Vorsätze fürs neue Jahr

Für mein neues Jahr gibt es einiges in Planung. Ich habe ein Projekt mit meinem lieben Freund Flo in Deutschland woran wir arbeiten aber das noch in den Kinderschuhen und deswegen unter Geheimhaltung.

Dann will ich unbedingt meinen ganzen Kram bei Oma verkaufen, denn den größten Teil davon brauch ich nicht mehr und es belastet mich innerlich, dass es dort alles ist, außerdem wird es nicht wertvoller nur vom rumliegen.

Stef Roberts macht auch etwas auf seinem Youtube Channel was ich unbedingt 30 Tage ausprobieren möchte, er arbeitet tagsüber in Coffee Shops und abends schläft er in einer Hängematte im Wald. Ich find das ziemlich cool, denn es gibt einem Zeit um abzuschalten, die ich mir sonst einfach nicht nehme weil ich mich konstant mit Unterhaltung bombardiere.

Italien ruft auch schon seit einiger Zeit nach mir und ich will eine gewisse Zeit dieses Jahr dort verbringen, wo genau steht noch nicht fest.

Allem voran will ich aber einfach nur glücklich sein und mich persönlich weiterentwickeln. In welche Richtungen mich das alles treiben wird weiß ich nicht, aber ich bin offen für mehr! 🙂

Ich hätte am Anfang von 2016 niemals gedacht, dass ich am Ende des Jahres in Thailand sein werde, im Internet Geld verdient habe und soviel gereist sein würde, es ist wirklich unglaublich! Ich bin gespannt auf das Jahr 2017 – Es wird ein großartiges Jahr und das Beste meines bisherigen Lebens!!

♥-liche Grüße

Max Müller

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